Botswana

Ghanzi (Khoi San) – Maun – Okavango Delta – Chobe

Ab Swakopmund ging es ungefähr auf folgender Route durch den Norden Namibias und Botswana:

In Botswana war es zum Teil drückend heiß. Die Landschaft hat sich auf dem ganzen Weg von Westen nach Osten kaum verändert: Gras- und Baumsavanne. Viel grüner als ich vorher erwartet hättet. Die langen Fahrten waren deshalb eher langweilig. Der Himmel war öfter wolkenbedeckt, und einmal gab es ein heftiges Gewitter. Die Zelte haben aber gut gehalten.

Botswana ist seit 1966 unabhängig und seit dem eine mehr oder weniger stabile Demokratie: das Musterland des südlichen Afrikas. Gerade erst Ende Oktober fanden friedliche Wahlen statt, viele Plakate sind noch zu sehen. Die Regierung kümmert sich um Menschen, Tiere und Landschaft. Trotzdem liegt die HIV-Rate bei sagenhaften 23 Prozent. Die Straßen sind relativ gut, und wie in Namibia kamen wir regelmäßig an Geldautomaten und großen Supermärkten westlichen Standards vorbei. Als Tourist muss man verhältnismäßig hohe Preise bezahlen, vergleichbar zu Deutschland. Damit möchten sie erreichen, dass weniger Touristen kommen und die Entwicklung langsam vorangeht.

Der Grenzübergang nach Botswana war wieder problemlos. Vorm Stempeln mussten wir bei einer Gelbfieberkontrolle vorbei. Dies betraf uns aber nicht, da wir vorher nicht in entsprechenden Ländern waren. Hier war auch zum ersten Mal das böse Wort „Ebola“ zu lesen: auf einem handgeschriebenen Zettel waren die bekannten Länder aufgekritzelt. Das wars auch schon.

Auf dem Weg fanden wir einen riesigen Baobab Baum, der überall in der Gegend wächst. Es sieht so aus, als würden die Wurzeln nach oben wachsen, oder dass aus dem Stamm ein weiterer Baum schräg nach unten wächst. Er wird bis zu 1500 Jahre alt. Sein Holz ist hart und für nichts zu gebrauchen.

In der Nähe des ersten Camps lebt eine Khoisan Familie (vom Baby bis zur Oma alles dabei), nomadische Buschmenschen. Kleine Korrektur zu einem früheren Eintrag: bei den San wurden (werden?) zu schwache Familienmitglieder zurückgelassen, nicht bei den Herero. Letztere sind Viehhirten.

Abends führte die San Familie am Lagerfeuer Tänze vor. War nett anzuschauen, insgsamt aber eine sehr touristische Veranstaltung. Früh am nächsten Morgen gab es eine Wanderung durch den Busch, bei der die San verschiedene Heilpflanzen erklärten und wie man aus ihnen Medizin macht, zum Beispiel gegen Rückenschmerzen und Husten. Sie haben einen Stock, mit dem sie alles erledigen: ausgraben, zerkleinern usw. Nicht schwanger zu werden interpretieren sie anscheinend auch als Krankheit, dagegen gibt es auch ein Mittel. Am Anfang wollten sie wissen, aus welchem Land wir kommen und wie viele Kinder wir haben. Die meisten hatten keine Kinder. Ich würde gerne wissen was sie darüber denken. Ob sie wissen, dass es bei uns sogar ein Mittel gegen Schwangerschaft gibt? Die Jüngeren gehen in die Schule und sprechen etwas Englisch. Sie wollen aber die Lebensweise ihrer Vorfahren erhalten. Die Älteren sind noch im Busch geboren und wissen nicht, wie alt sie sind. Im Gegensatz zu den meisten anderen afrikanischen Stämmen haben die San nie versucht, gegen die weißen Kolonisatoren zu kämpfen. Ihre Taktik war der friedliche Rückzug. Am Ende ging eine metallene Pfeife bei ihnen rum (leider nicht bis zu uns), mit der sie Hasch rauchten. Die Oma war besonders scharf drauf („Smoking makes her happy“).

Am nächsten Tag ging es weiter in die Stadt Maun, gleichzeitig ein Kaff und die fünftgrößte Stadt Botswanas. Wegen ihrer Nähe zum Okavango Delta und dessen wachsende Beliebtheit bei Touristen ist die Stadt in den letzten Jahren unglaublich schnell gewachsen. Im kleinen Zentrum ist viel Trubel, laute Musik hämmert, viel Verkehr, viele Menschen. Vorm Postamt sitzen, liegen und schlafen ca. 50 Leute und versuchen etwas zu verkaufen, wie Nüsse oder ganz eklig aussehende Fische. Im Postamt selbst nochmal so viele Leute, die alle an einen bestimmten Schalter möchten. Bei Schalter für die Postkarten war niemand, so dass ich gleich drangekommen bin.

Unser eigentliches Ziel war auch das Okavango Delta. Der Okavango Fluss überflutet von Angola kommend jedes Jahr ein riesiges Gebiet. Das Wasser ist aber nirgendwo besonders tief und es gibt viele Inseln. Unzählige Tiere leben dort, die von Insel zu Insel wandern. Ein Wunder der Natur, das vom Flugzeug schön zu besichtigen war (65 Euro).

Im Delta verbrachten wir zwei Nächte, auf einer größeren Insel direkt am Wasser, mitten im Nichts, ohne Zaun. Um das Camp herum lag überall Elefantenmist, und nachts schaute tatsächlich ein Elefant vorbei. Leider habe ich das verschlafen. Es gab kein fließendes Wasser, keine Duschen und Toiletten. Ein Erdloch reichte auch locker als Klo. Das Geschäft wurde einfach mit Erde bedeckt, dafür gab es einen Spaten. Im Delta konnte man wunderbar baden, das Wasser war kühl und ganz sauber und klar. So versifft wie befürchtet waren wir am Ende also gar nicht. Einmal lief eine Herde Kühe durch eine der Badestellen direkt am Camp und benutze dieses als Klo. Manche Leute, die zu Beginn der Reise nicht mal im Freien auf Klo gehen konnten, hatten kein Problem damit, dort ein paar Stunden später wieder baden zu gehen. Ist ja auch gut fürs Immunsystem.

Die Insel erreichten wir nach einer wunderschönen Fahrt durch das Schilf mit Mokoros. Dies sind ca. 4 Meter lange, ganz einfache Holzboote, angetrieben durch einen stehenden Fahrer mit einem längeren Holzstock. Jedes Boot hatte einen einheimischen Fahrer, so dass wir insgesamt zusammen mit 15 Einheimischen auf der Insel waren. So kam man ein wenig in Kontakt. Oracle ist Mitte 20 und macht gerade seine Lizenz als Touristenführer im Delta. Er wohnt mit seiner Freundin zusammen in einem sehr kleinen Haus in der Nähe der Anlegestelle. Um seine Freundin heiraten zu können, muss er ca. 1000 Euro an ihre Familie bezahlen, dafür spart er gerade. Wenn er sich gut anstellt, kann die Familie auch weniger verlangen, wenn er sich schlecht anstellt, dann mehr. Er ist Christ und geht regelmäßig in die Kirche. Die Frage, welcher christlichen Glaubensrichtung er genau angehört, hat er nicht verstanden. Er hat noch nie im Leben etwas vom Papst, Katholiken oder Protestanten gehört.

Wir machten einige Ausflüge mit den Mokoros und an einem Morgen eine sehr anstrengende Wanderung. Besonders zum Sonnenuntergang hin war es wunderschön, durch das Schilf zu fahren. Wir durften auch selbst damit rumfahren, es ist schwerer als es aussieht.

Vom Okavango Delta ging es weiter Richtung Nordosten zum Chobe Nationalpark, nahe der Grenze zu Namibia, Sambia und Simbabwe. Dort hatten wir nur einen Tag. Auf die Pirschfahrt habe ich verzichtet und dafür lieber den Pool getestet. Ca. 10 Meter entfernt liefen hinter einem Zaun immer wieder schwarze Elefanten vorbei. Gegen Nachmittag gab es dann noch eine extrem touristische Bootsfahrt auf dem Chobe Fluss, bei dem Büffel, Nilpferde und Krokodile zu sehen waren. Das haben wir aber nicht ganz so ernst genommen und einiges an Weißwein getrunken.

 

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