Viktoriafälle (Simbabwe)

Von Chobe in Botswana war es nur ein kurzer Weg bis nach Simbabwe. An der Grenze dauerte es insgesamt zwei Stunden, das Visum kostete 30 US-Dollar. Ziel waren die Viktoriafälle, direkt an der Grenze von Simbabwe zu Sambia. Dort verbrachten wir in einem schicken Hotel auch zwei Ruhetage am Pool. Die waren wirklich nötig.

In Simbabwe zahlt man mit US-Dollars, der Simbabwe-Dollar ist nach einer Hyperinflation nicht mehr gültig. Geldscheine im Wert von hunderten Millionen oder gar Milliarden Simbabwe-Dollar werden als Souveniers verkauft. US-Cent Münzen gibt es anscheinend keine, es wird entweder gerundet oder man bekommt Kleingeld in allen möglichen Währungen: Rand, Pula, Kwachda (Sambia). Es werden viele Aktivitäten bei den Wasserfällen angeboten, Rafting, Bungee, Hubschrauberflüge, usw. Alles aber sehr teuer. Auch im Supermarkt sind die Preise hoch.

Der Grund für die Inflation ist der Zusammenbruch der Wirtschaft nach der Enteignung vieler weißer Farmer durch die Regierung Mugabe und den darauf folgenden Sanktionen des Westens. Fast das gesamte fruchtbare Land, von dem es in Simbabwe reichlich gibt, war in den Händen von Weißen, die nur 1 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Tausende Weiße wurden ermordet. Diktator Mugabe tritt trotz zweier verlorener Wahlen nicht ab. Im Land sollte man am besten gar nicht über Politik sprechen. Gleichzeitig ist die schwarze Bevölkerung gut ausgebildet und genießt im südlichen Afrika einen sehr guten Ruf als ordentlich, zuverlässig und pünktlich. Die Mehrheit der Führer bei Nomad Tours kommt aus Simbabwe.

Zu dem Thema war vor Ort aber auch Folgendes zu hören. Die enteigneten Weißen gingen nicht auf die vorrangegangenen Angebote der Regierung ein, einen Teil ihrer Ländereien abzugeben. Gewinne wurden nicht im Land investiert. Andere Weiße kooperierten und leben immer noch sehr gut im Land. Wenn man sich die Geschichte Simbabwes bzw. Südrhodesiens, wie es bis zur Unabhängigkeit hieß, durchliest, wird einem auch wieder ganz anders. Wie in so vielen anderen afrikanischen Ländern kamen die Europäer und nahmen sich schamlos, was sie wollten, während die dortigen Urvölker wie Tiere gejagt und abgeschlachtet wurden. Und Nachfahren dieser weißen Massenmörder sind ernsthaft mit Angeboten unzufrieden, von 1000 Hektar unrechtmäßig in Besitz gekommenen Landes drei Viertel abzugeben. Da muss sich niemand wundern, wenn es irgendwann mal auf ähnliche Weise zurückkommt: die Rache der Geschichte. In Namibia geht bei den Weißen die Angst um, dass es ähnlich wie in Simbabwe läuft. Die Robert-Mugabe-Straße in Windhoek ist vielleicht richtungsweisend. Die Sanktionen des Westens, der in Form von günstigen Rohstoffen von den aktuellen Besitzverhältnissen profitiert, sollen u.a. auch das verhindern.

So viel dazu, das Thema ist (zumindest für mich) überall präsent. Nun aber zu den Viktoriafällen. Ein unbeschreiblich schönes Naturwunder, vielleicht einer der schönsten Orte der Welt. Das Wasser fällt 110 Meter tief hinab, immer wieder bekommt man eine Ladung Gischt ab. In der Regenzeit fließen dort pro Sekunde 3 Millionen Liter Wasser hinab. Wie uns gesagt wurde, sieht man dann kaum noch etwas und bekommt am Eingang Regenjacken und Schirme gereicht (der Eintritt in den Park um die Wasserfälle beträgt 25 Euro). Um die Wasserfälle herum ist es zum Teil wie im tropischen Regenwald, ein Stück weiter findet man aber gleich wieder heimische Pflanzen.

Der Ort Victoria Falls ist langweilig und ganz auf Tourismus ausgelegt. Es gibt viele Märkte, wo man Souveniers und anderen Schrott kaufen kann. Den Weg dahin habe ich mir gleich gespart. Man wird auch dauernd von Straßenverkäufern und Drogendealern genervt, die einem hinterherlaufen. Es war die ganze Zeit sehr heiß. Nachmittags sind immer um die gleiche Zeit Wolken aufgezogen, die erst am nächsten Morgen wieder verschwanden. Einmal gab es ein sehr heftiges Gewitter, noch nie habe ich so heftigen Donner gehört. Der Strom ist dann ein paar Mal ausgefallen. Mit der Gruppe waren wir einmal teurer essen, da gab es sehr lecker gewürzte Würmer. An einem anderen Abend sind wir zwei Elefanten begegnet, die einfach so neben einem Haus standen und einen Baum bearbeiteten.

In Victoria Falls hieß es nach drei Wochen auch Abschied nehmen von den meisten Teilnehmern, nur drei von 23 (inklusive mir) machen die Folgetour Richtung Norden durch Ostafrika. Dafür kommen neue Leute dazu und wir haben neue Führer.

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