Tansania (Südliches Festland)

Iringa – Mikumi – Dar es Salaam

Durch den Süden Tansanias sind wir nur durchgefahren, mit Messer 264 im Ohr. Hier die Route bis nach Dar es Salaam, gleichzeitig die letzte Etappe der Nomad-Tour:

Die Touristenattraktionen im Norden, wie den Kilimanjaro, die Serengeti, Arusha und Moshi habe ich leider nicht gesehen. Den Gipfel des Kilimanjaro, fast 6000 Meter hoch, kann man mit einer geführten Tour und Leihausrüstung innerhalb von sieben Tagen erwandern (1200 Euro). Das hatte ich mir noch kurz überlegt, dann aber auf einen zukünftigen Urlaub verschoben und lieber ein Kilimanjaro Bier getrunken („If you can’t climb it – drink it!“). Hier also nur einige wenige Eindrücke aus dem Land.

Das Land ist viel wohlhabender als Sambia und Malawi, alle Häuser sind aus Stein, man sieht viele Autos und Motorräder. Aber die Leute schauen recht grimmig aus der Wäsche, alles wirkt unfreundlicher als in Malawi. Man sieht wie in Sambia viele Kirchen. Unsere Route im Süden führte die meiste Zeit durch eine bergige Gegend, bis zu 2000 Meter hoch. Es war regnerisch und recht kühl, besonders nachts.

Die Polizisten wurden ihrem korruptem Ruf gerecht. Wir wurden dreimal angehalten. Einmal waren wir wirklich zu schnell, ein anderes Mal gab es eine Geldstrafe (20 Dollar) weil wir 20 Meter vor (!) dem 50er Schild 70 km/h gefahren sind. Beim dritten Mal ist ihnen nichts besseres eingefallen, als der Vorwurf, wir hätten uns erst angeschnallt, nachdem wir angehalten wurden (für Busse gibt es keine Anschnallpflicht). Der Polizist kam auch in den Bus und hat recht aggressiv damit gedroht, unseren Fahrer vor Gericht zu bringen, wenn wir nicht 20 Dollar bezahlen. Wäre für jeden 1 Dollar gewesen, ein Klacks, weshalb viele Touristenbusse das wohl einfach bezahlen, um ihre Ruhe zu haben. Unser Fahrer blieb aber standhaft und so durften wir irgendwann ohne Strafe weiterfahren.

Entlang der gesamten Strecke soll die Straße bald verbreitert werden. Häuser, die zu nahe an der Straße stehen, sind mit einem grünen Kreuz markiert und werden nach und nach abgerissen. Auf einer Art Rastplatz bzw. Marktplatz entlang der Strecke gab es über 20 Verkaufstände, die alle nur auch noch auf die selbe Art und Weise angeordnete Tomaten und Zwiebeln verkaufen. Wenn man da die Nummer 5 ist, wie soll man da jemals was verdienen? Es gab außerdem noch eher eklig aussehende Imbissstände, die Fleisch mit frittierten Bananen verkauften.

Eines unserer Camps lag am Rande der Stadt Mikumi. Entlang der Hauptstraße gibt es dort viele Essenstände und Geschäfte, und wir wagten uns zu einem Kaffee hin. Die meisten Stände sind rund um die Uhr geöffnet, da sehr viele LKWs vorbeifahren. An Mikumi grenzt auch ein weiterer Nationalpark an. Die 50 Dollar für die Pirschfahrt habe ich mir aber wieder gespart. Zu Hause würde ich auch nicht fünfmal in zwei Wochen in den Zoo gehen.

 

Schließlich erreichten wir die größte Stadt Tansanias, Dar es Salaam (arabisch für „Haus des Friedens“). Dort liegt der zweitgrößte Hafen Afrikas, und dementsprechend groß ist die Anziehungskraft der Stadt. Seit 2010 ist sie auch Partnerstadt von Hamburg. Der Verkehr ist fürchterlich, für 20 Kilometer bis zum Hafen brauchten wir zwei Stunden. Man hat sich aber darauf eingerichtet: aus den Busfenstern heraus haben wir Eis am Stiel gekauft. Die geführte Tour mit Nomad endete am Fährterminal, wo ich mir gleich ein Fährticket für den nächsten Tag nach Sansibar kaufte (35 Dollar – von den billigeren Fähren sind in den letzten beiden Jahren zwei gesunken). Der Guide Joe tat mir einen letzten großen Gefallen und vermittelte mir ungefragt einen Führer zum Hotel (50 Cent). Das lag zwar nicht weit entfernt, aber ohne Straßenschilder wäre es schwer zu finden gewesen. Dann gab es noch einen kurzen und schmerzlosen Abschied von der Gruppe, fast alle anderen machen noch zehn Tage weiter durch die Serengeti bis nach Nairobi (Kenia).

Ich freute mich sehr darauf, nun endlich auf eigene Faust zu reisen. Die ersten Schritte in Dar es Salaam waren aber etwas wacklig. Es war drückend heiß und den ganzen Tag gab es bis abends in der Innenstadt keinen Strom, weshalb viele Generatoren liefen, deren Lärm alles noch erdrückender machte. Die Kriminalität ist dort nicht zu verachten, nach Einbruch der Dunkelheit bleibt man am besten im Hotel. Zu sehen oder zu tun gibt es in Dar es Salaam als Tourist sowieso nichts, das liest und hört man überall.

Trotzdem war es toll, dort etwas herumzulaufen. Wegen des Hafens ist die Stadt ein echter Schmelztiegel aus christlichen und muslimischen Arabern, christlichen und muslimischen Afrikanern, und Indern. Der schwarze Manager eines indischen Restaurants, mit dem ich mich etwas unterhalten hatte, entschuldigte sich zum Gebet als der Muezzin rief – wo findet man das sonst noch? Überall ist es chaotisch und schmutzig, die Autofahrer achten überhaupt nicht auf Fußgänger.

 

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