Tasmanien – Teil 1

Hobart – MONA – Mount Wellington – Bruny Island – Mount Fields Nationalpark

Nach einer Woche Melbourne bin ich nun für zwei Wochen auf der Insel Tasmanien, die zu Australien gehört. Die Insel ist sehr groß, ganz grob 300 Kilometer jeweils in Länge und Breite, und es leben hier 500.000 Menschen.

Ohne Auto ist man hier aufgeschmissen. Ich hatte großes Glück und schon am Flughafen Mariell aus den Niederlanden getroffen, mit der ich mir nun für 40 Euro pro Tag plus Sprit ein Auto gemietet habe. Wir haben ein volles Programm für neun Tage, jeden Morgen geht es früh raus und abends hundemüde ins Bett. Es gibt so viel zu entdecken.

Zunächst sei gesagt, dass der Wohlstand und die Modernität auf Tasmanien mindestens mit Deutschland vergleichbar ist. Die Straßen sind super, die Supermärkte sind riesig groß und das Internet ist schnell. Die Hauptstadt Hobart hat 200.000 Einwohner und liegt natürlich am Meer. Die Stadt ist sehr weitläufig, Einfamilienhäuser verteilen sich großzügig um die Hügel um die Innenstadt. Es gibt viele gute teure Restaurants, es kommt viel Fisch auf den Tisch. Gerade findet ein Musikfestival statt, das insgesamt einen Monat dauert. Tasmanien ist auch für Kunst und Kultur bekannt.

Großes Highlight ist das MONA (Museum of Old and New Art, Museum für alte und neue Kunst). Das Museum kostet gesalzene 18 Euro Eintritt, wird privat finanziert und hat den Ruf, eines der besten der Welt zu sein. Das Gebäude liegt am Hang, mit Blick auf eine Bucht und Hobart, ist umgeben von Weinbergen und ist architektonisch allererste Sahne. Im untersten Stockwerk gibt es eine schicke Bar, oben ein Restaurant. Der Besitzer gilt als exzentrisch, vorm Eingang gibt es einen Tennisplatz, auf dem er außerhalb der Öffnungszeiten spielt. In der Daueraustellung kann man sich stundenlang bei den abgefahrensten Bildern, Skulpturen, Videos, Filmen und Installationen aller Art rumtreiben. Neben den Objekten sind keine Erklärungen. Dafür bekommt jeder Besucher am Eingang einen iPod mit einer App, die Kurzerklärungen, Katalog und Audioguide vereint. Mich hat dieser Schnickschnack nur von der eigentlichen Ausstellung abgelenkt und hätte mir lieber analoge Erklärungen gewünscht.

Ansonsten ist Hobart auch ganz nett. Aber das ist alles ein Witz, verglichen mit der Natur auf Tasmanien. Diese ist wundervoll, atemberaubend. Die Luft ist ganz klar und frisch, das Meer und die vielen Seen sind sehr sauber, das Wetter ist unberechenbar, es gibt noch sehr viel Urwald, viele Nationalparks, szenische Gebirgslandschaften, unzählige Wandermöglichkeiten und Strände wie im Paradies. Wie der Himmel auch immer aussieht. Ich bin mehr als begeistert von diesem Ende der Welt. Jedes beschreibende Wort ist eigentlich zu viel. Auch mit meinen Bildern bin ich nicht zufrieden, diese bringen die Szenerien kaum ausreichend rüber. Man muss hier gewesen sein. Trotzdem, schaut euch die Bilder an, besser wird es auf diesem Blog vielleicht nicht.

Am Tag nach dem Museum sind wir den 1271 Meter hohen Mount Wellington hochgewandert, dessen Gipfel nur 20 Kilometer von Hobarts Innenstadt entfernt liegt und einen wunderbaren Blick über die Stadt und die Bucht bietet. Einen Großteil der Strecke ging es durch dichten Wald. Wie an vielen Orten auf der Insel ist das Tolle an dem Blick auf die Bucht, dass das Meer komplett von Bergen umgeben zu sein scheint. Da konnte man gleich mal das tasmanische Wetter spüren. Alle 100 Meter wird es hier im Schnitt ein Grad kälter, und auf dem Gipfel, wehte ein starker Wind.

Am Tag darauf ging es auf Bruny Island, eine immerhin noch hundert Kilometer lange, zweigeteilte Insel, die ca. 50 Kilometer von Hobart entfernt liegt und die man mit einer Fähre erreichen kann. Wunderbar, wunderschön, welch eine Insel, was für Landschaften. Auf der Nordinsel gibt es schon einige schöne Buchten, aber so richtig los geht es erst auf der Südinsel, die man über den „Neck“, eine schmale Landverbindung mit ungeteerter Straße, erreichen kann. Im Nordosten der Südinsel ist die Adventure Bay, wo wir ein ca. 3 Stunden langen Fluted Cape Trail wanderten. Durch gefühlt tropischen Regenwald ging es zunächst steil nach oben. Von den Klippen hatte man einen herrlichen Blick auf den Mount Wellington und viele andere Berge und Insel. Es war größtenteils bewölkt, jedoch riss immer mal wieder die Wolkendecke auf und die Sonne bestrahlte einen Teil des Wassers in der Bucht. Ein Stück weiter war Penguin Island von oben zu sehen, und es war klar zu erkennen, warum sie so heißt. Passenderweise brüten auch noch Pinguine auf ihr. Wieder unten am Meer angekommen, konnte man Penguin Island über aus dem Meer ragenden Steine und Felsen erreichen.

Gerade wieder im Auto angekommen, schüttete es wie aus Kübeln, und wir mussten eine halbe Stunde warten, bis wir weiterfahren konnten. Den schnellsten Weg in den Süden der Insel war mit unserem Nissan Micra nicht zu schaffen. Nach einem Stück auf einer schlammigen Straße voller Schlaglöcher mussten wir umdrehen und einen Umweg fahren. Zunächst ging es dann zur Lighthouse Bay, wo auf einem Kap ein schöner Leuchtturm aus dem Jahr 1836 steht.

Schließlich ging es noch zur Great Taylor Bay, wo es einen wundervollen, abgelegenen Strand gibt, mit ganz klarem Wasser und einer schönen Bergkulisse im Hintergrund.

Am nächsten Tag ging es zum Mount Fields Nationalpark, der Berg ist 1500 Meter hoch. Ganz in der Nähe des Infozentrums und mit Rollstühlen zu erreichen gibt es schon die Russell Falls zu sehen.

Natürlich machten wir noch eine richtige Wanderung durch den Nationalpark. Genauer ging es vorbei an Tarn Shelf, Lake Newdegate, Twilight Tarn und Lake Webster. Zum Anfang des Weges mussten wir erstmal noch 45 Minuten mit dem Auto den Berg weiter nach oben fahren. Der Weg führte durch eine Gräser- und Felsenlandschaft, durchzogen von unzähligen Flüssen, Seen, kleinen Bächen und Pfützen. Das Wasser war ganz klar. Besonders die miteinander verbundenden Seen waren wunderbar anzuschauen. Es waren silber schimmende, abgestorbene Bäume zu sehen, welche die Szenerie noch surrealer machten. Die Wanderung dauerte 6 Stunden und war sehr anstrengend. Es ging über Felsen, hoch, runter und über rausragende Steine durch Flüsse hindurch. Nach 2 Stunden begann es stark zu regnen, ein kalter Wind wehte und die Wege verwandelten sich in Bäche. Kurzum: es war herrlich. Leider konnte ich vom Lake Webster keine Bilder mehr machen, weil es zu stark regnete. Auf dem Parkplatz angekommen, sahen wir sogar noch ein Tier: ein Wallaby.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s