Hawaii 1: Honolulu und Umgebung

Auf Hawaii ist es wunderschön. Das Wetter, die Strände, das Meer, die Berge, die Menschen und die Stimmung, es ist alles wundervoll, traumhaft.

Hawaii gehört seit 1959 als Bundesstaat zur USA und besteht aus vielen größeren und kleineren Inseln. Es leben fast 1,4 Millionen Menschen dort. Die meisten Inseln sind unbewohnt. Die vielleicht wichtigsten Inseln sind Oahu mit der Hauptstadt Honolulu (fast eine Million Einwohner in der näheren Umgebung), Kauai, Maui und The Big Island. Zwischen den Inseln fliegen täglich unzählige Flugzeuge, ein spontan gebuchter Flug kostet mit Gepäck ca. 100 Euro. Die Ureinwohner sind wie in Neuseeland Polynesier. Entstanden ist die Inselkette durch Vulkanausbrüche. Dementsprechend gibt es viele Krater zu besichtigen, auf Big Island sind zwei Vulkane noch immer aktiv. Hawaii ist sehr weit von allen anderen Landmassen entfernt, was man aber durch die gute Anbindung an den Rest der USA kaum merkt. Es gibt hier einfach alles, es ist nur etwas teuer. Der Zeitunterschied nach Deutschland ist jetzt minus zwölf Stunden.

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Seit meiner Ankunft bin ich in einem netten Hostel (30 Euro pro Nacht) in Honolulu, ganz in der Nähe des Waikiki Beach. Das Wetter hier ist immer gut, die Wolken werden von den umliegenden Bergen abgehalten, wo es jeden Tag regnet. Tagsüber hat es 30 Grad, nachts 20 Grad, immer weht eine leichte Brise, es ist sehr angenehem. Die Gegend ist sehr touristisch, hauptsächlich bevölkert durch US-Amerikaner und Japaner. Im Hostel sind überdurchschnittlich viele Schweizer. Fast alle anderen Hotels wirken sehr teuer. Der Waikiki Beach ist vielleicht einen Kilometer lang und sehr sauber. Auch das Wasser ist sehr sauber und warm, aber nicht zu warm. Die Wellen sind toll, viele Leute surfen oder sind mit Bodyboards im Wasser. Letztere sind kleiner als Surfbretter, auf diesen reitet man die Wellen im Liegen, was viel einfacher ist als surfen. Ist so ähnlich wie der Unterschied zwischen Snowboarden und Schlittenfahren. Bis weit ins Meer hinaus gibt es Korallenriffe, die immer wieder bis kurz unter die Wasseroberfläche ragen. Beim Surfen muss man deshalb gut aufpassen. In der Nähe des Strandes gibt es viele Geschäfte, Restaurants und vor allem fast alle 50 Meter einen ABC-Stores. Das sind kleine Läden, von allem etwas verkaufen, alle haben das gleiche etwas überteurte Sortiment, alle sind trotzdem gut besucht.

Am ersten Tag bin ich morgens kurz ins Meer und gleich mit der Ferse in eine spitze Koralle hineingetreten, worauf sich eine nicht zu kleine Blutwolke im Wasser bildete. War auch klar, dass das passiert. Vor lauter spontanem Lotterleben hatte ich mich erst einen Tag vor der Ankunft um eine Krankenversicherung für die USA gekümmert (200 Euro für sechs Wochen bei Travel Nomads; meine reguläre Versicherung gilt hier nicht). Diese hat aber eine dreitägige Wartefrist, bis sie wirklich gilt. Ich konnte beim besten Willen nicht beurteilen, wie schlimm die Wunde ist und ob sie wirklich sauber ist, und so humpelte ich mit blutiger Ferse zum nächsten Arzt, immer an die horrenden Arztkosten in den USA denkend. Beim Arzt war alles sehr modern, die Wunde wurde geklebt. Am Ende waren es nur 110 Euro, Selbstbeteiligung wären 80 Euro gewesen, also wurde meine Dummheit mit nur 30 Euro bestraft. Da ich die nächsten Tage kaum laufen konnte, war ich erstmal an den Waikiki Beach gefesselt, ins Wasser durfte ich auch nicht. Es gibt wahrlich schlimmeres.

Auf Oahu gibt es ein recht gut ausgebautes Busnetz, mit dem man im Prinzip überall hinkommt. Jedoch sind die Busse sehr langsam und halten sehr oft. Die Bushaltestellen haben keine Namen, es sind keine Fahrpläne oder ähnliches angebracht. Alles muss man bei Google nachschauen, der Busbetrieb hat kein eigenes Onlineangebot. Das ist etwas ärgerlich. Zu einem Strand im Osten der Insel, der anscheinend recht bekannt ist, brauchten wir drei Stunden, das war es wirklich nicht wert. Auf dem Rückweg standen wir wieder an der Haltestelle, da hielt einfach so eine nette Frau an und nahm uns mit bis nach Waikiki.

Nach vier Tagen konnte ich zumindest wieder einigermaßen wandern. Zuerst ging es zu den Manoa Falls, nördlich von Honolulu. Dort hin führt ein kurzer Wanderweg durch tropischen Regenwald. Als wir dort waren, regnete es auch ein wenig und roch herrlich nach Sommerregen. Es gab riesige Bäume mit riesigen Blättern zu sehen. Die Wasserfälle waren wirklich hoch, aber nicht so sehr spektakulär. Auf dem Rückweg vom Wanderweg zum Waikiki Beach nahmen uns zwei nette Hawaiianer auf der Ladefläche ihres Trucks mit, das war sehr cool.

Am nächsten Tag wanderte ich den Kuliouou Ridge Trail. Hier ging es steil nach oben, durch eine ganz andere Art von Wald. Die Temperatur fiel recht schnell, oben war es windig und kühl. Am Ende des Weges hatte man von einem Plateau einen tollen Rundumblick. Auf dem Weg traf ich zwei Amerikaner. Während wir redeten wurde der Mann von einer Biene gestochen und wurde deshalb ziemlich hysterisch, weil er Angst hatte, dass er allergisch ist. Das war eine ganz seltsame Szene.

Am Tag darauf ging es zum Diamond Head Crater, nicht weit weg von Waikiki. Dieser Krater entstand bei einem heftigen Vulkanausbrauch vor 150.000 Jahren. Er ist fast kreisrund berandet von ca. 200 Meter hohen Hügeln. Auf einem der Hügel gibt es eine Aussichtsplattform. Um dort hinzukommen, muss man erst durch einen Tunnel in den Krater hinein. Oben hat man wieder einen tollen Ausblick. Man sieht wunderbar die langezogenen, regelmäßigen Wellen auf die Küste treffen. Auch die bunten Korallenriffe sind gut zu erkennen.

Mit einer neuen Gruppe von Leuten ging es dann auf den Waahili Ridge Trail, ein langer Wanderweg nicht weit von den Manoa Falls. Auf zum Teil rutschigem Untergrund ging es manchmal steil nach oben, was nur mit Seilen zu bewältigen war. Wieder fiel die Temperatur merklich beim Aufstieg. Am Ende waren wir alle von oben bis unten verdreckt. Eine Schweizern hatte nur Flipflops an und lief die meiste Zeit barfuß, damit war sie besser unterwegs als so mancher mit Wanderschuhen. Manche Leute hatten kein (!) Wasser mitgenommen. Da fragten sie einfach in einem Haus, und bekamen von einem sehr freundlichen Hawaiianer Wasserflaschen geschenkt.

Mittlerweile konnte ich auch wieder ins Wasser gehen und Bodyboard fahren, das man sich im Hostel kostenlos ausleihen kann. Das Spiel mit den Wellen macht riesigen Spaß. Die Strömung ist viel schwächer als in Raglan in Neuseeland. Ich versuche immer früh morgens aufzustehen, dort ist es am schönsten im Wasser. Nach Sonnenuntergang ist es noch eine halbe Stunde hell, in dieser Zeit erzeugen die aufkommenden Winde immer nochmal schöne hohe Wellen.

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