Hawaii 4: doch nochmal Kauai

Die zwei Wochen Nicht-Reisen haben gut gewirkt. Der letzte Eintrag klingt auch viel zu ernst, wenn ich ihn jetzt nochmal lese. Ich habe auf jeden Fall wieder richtig Lust auf Action und freue mich sehr auf die letzte große Etappe in Südamerika.

Im Hostel waren einige interessante Leute. Zunächst zwei deutsche Weltreisende, mit sehr ähnlicher Route wie ich. Mit dem Unterschied, dass sie in Indien angefangen haben und in Afrika aufhören. So geht es natürlich auch. Einer von ihnen war auch in Myanmar, im Dezember. Unglaublich: er war in Yangon bei derselben Familie zu Hause wie ich. Auch ihm kam es die ganze Zeit seltsam vor, am Ende baten sie um Geld fürs Haus, und so weiter. Eine Schwedin ist professionelle Glasbläserin und reist damit quasi um die Welt. Weiter fand in Honolulu zu der Zeit die weltgrößte Konferenz zu Neurowissenschaften statt. Davon traf ich unabhängig voneinander gleich zwei Teilnehmer, die jeweils vor und nach Konferenz noch andere Inseln besuchten. Dann gab es noch zwei Brüder aus Arizona, die auf Kauai Arbeit finden und einige Jahre hier bleiben möchten. Sie kommen mit nur wenig Erspartem und arbeiten jetzt erstmal im Hostel für freie Logie. Irgendwas werden sie schon finden. Das ist so typisch amerikanisch, solche Leute finde ich super.

Mit besagter Schwedin und einem Spanier war ich die letzten beiden Tage dann doch nochmal im Norden von Kauai unterwegs. Der Norden bekommt viel mehr Regen ab als der Süden und ist deshalb sehr grün. Am ersten Tag waren wir auf einem Bauernmarkt, wo es sehr leckere Früchte zu ganz guten Preisen gab: Kokosnüsse, Mangos, Ananas, Bergäpfel, Papaya, orangene Bananen, Sternfrucht und vor allem Litschies. Ein dicker Hawaiianer spielte Ukulele dazu, im Hintergrund erhoben sich dicht bewachsene Hügel. Nachmittags klapperten wir dann noch ein paar nette Strände ab.

Am zweiten Tag fuhren wir bis zum Ende der (einzigen) Straße in den Nordwesten der Insel. Dort beginnt der Kalalau Wanderweg, der an der wunderschönen Napali Küste entlangführt. Immer wieder ging es auf und ab, teilweise war es rutschig. Die Umgebung war saftig grün und die Ausblicke waren fantastisch. Einmal musste ein kleiner Fluss überquert werden. Eine Gruppe von Leuten hatte einen kleinen Hund dabei, der gegen die Strömung nicht ankam und ins Meer hinaus gespült zu werden drohte. Er konnte gerade noch gerettet werden. Nach ca. 3,5 Kilometern erreichten wir einen tollen Strand.

Der Kalalau Wanderweg geht ab dem Strand noch viel weiter die Napali Küste entlang. Nach insgesamt 18 Kilometer kommt man an einen weiteren schönen Strand, wo man campen kann. Wir sind stattdessen nochmal ca. 3,5 Kilometer zum Hanakapiai Wasserfall gelaufen, der 100 Meter hoch ist und in einen schönen großen Pool hineinfällt. Ich dachte den ganzen Tag, dass das der höchste Wasserfall sei, den ich je gesehen hätte – erst abends erinnerte ich mich wieder an die unvergleichlichen Viktoriafälle, die spielen eben in einer ganz anderen Liga. Das Wasser im Pool ist schön kühl. Man kann hinter den Wasserfall und durch ihn hindurch schwimmen. In der Nähe von den Stellen, wo das Wasser hinfällt, ist es manchmal schwer zu atmen, da die Luft völlig wassergeschwängert ist. Am Schönsten ist es, auf dem Rücken zu schwimmen und den Wasserfall direkt von unten zu sehen.

 

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