30 Stunden Los Angeles

Von Kauai ging es über Nacht mit Hawaiian Airlines nach Los Angeles (250 Euro). Insgesamt war ich genau 30 Stunden in der Stadt, wovon ich 13 Stunden schlief und sechs Stunden im Bus verbrachte. Die restlichen elf Stunden haben sich aber wirklich gelohnt.

Mein Hostel (34 Euro pro Nacht, ein Schnäppchen für LA) lag in den Boyle Heights, ein stark mexikanisch angehauchtes Künstlerviertel, nicht weit weg von Downtown LA und der Union Station (so etwas wie LA Hauptbahnhof). Auf den Straßen sieht man dort fast nur Latinos, überall wird Spanisch gesprochen, die allermeisten Läden werden von Latinos betrieben. Manche Männer tragen sogar einen Sombrero. Überhaupt scheinen die Mehrheit der Einwohner von LA Latinos zu sein. Fast alle Schilder in der Öffentlichkeit sind zweisprachig. Der Großteil von LA, den ich in der kurzen Zeit gesehen habe, besteht aus Betonwüste und mit Autos verstopften Straßen. Eine Maßnahme dagegen ist, ein bis zwei Spuren nur für Autos mit mehr als einem Insassen zu reservieren. In den Achtzigern hieß es „No one walks in LA“, also dass niemand in LA zu Fuß geht, leider ist das heute fast überall immer noch so. Wer nicht im Auto sitzt, wartet an einer Bushaltestelle oder ist obdachlos. Umgeben ist LA von nett anzusehenden Hügelketten, auf einem der nahen Hügel ist auch der berühmte „Hollywood“ Schriftzug, den man von vielen Orten aus sehen kann.

Meine beiden Ziele waren der Venice Beach und der Walk of Fame in Hollywood. Zum Venice Beach brauchte ich mit dem Bus fast drei Stunden. Zunächst ging es zum Santa Monica Pier. Santa Monica ist ein größeres Stadtviertel, das bis an den Pazifik reicht. Der Strand dort ist viele Kilometer lang und äußerst breit, mit schönem Sand. Das Pier ist eine für Familien gedachte kleine Vergnügungsmeile mit Rummel und vielen Restaurants. Nett anzusehen, aber am Ende nichts besonderes. Der Parkplatz davor ist riesig groß.

Vom Pier ging es ein längeres Stück die Promenade entlang zum Venice Beach, dessen Promenadenabschnitt es wirklich in sich hat. Dort gibt es alles was Spaß macht und viele verrückte Leute. Man findet unzählige Restaurants, Bars, Klamotten- und Sonnenbrillenläden sowie eine deutsche Bierbar. In letzterer fand ich tatsächlich, zum ersten Mal auf meiner gesamten Reise, ein alkoholfreies Erdinger Hefeweizen, für acht Dollar.

In Kalifornien ist medizinisches Marihuana legal. Jedoch kann jeder Arzt einen entsprechenden Ausweis „verschreiben“, die Hürden dafür sind lächerlich niedrig. Am Venice Beach gibt es mindestens zehn darauf spezialisierte Läden, wo man einen Ausweis für 40 Dollar direkt kaufen kann. Die „Ärzte“ dort sehen sehr jung aus und tragen, wie alle anderen Angestellten („Arzthelfer“) auch, einen grünen Kittel mit Hanfblatt-Abzeichen. Wahrscheinlich sind sie gerade mit der Uni fertig und verdienen sich dadurch etwas in ihrem praktischen Jahr dazu. Kurz denkt man, man sei in einem Film. Aber nein, es ist andersrum, es ist Kalifornien, von hier kommen die Filme.

Vom Venice Beach dauerte es mit dem Bus zwei Stunden bis nach Hollywood zum Walk of Fame. Dieser befindet sich auf dem Hollywood Boulevard, einer vielbefahrenen Straße. Mehr Mainstream geht nicht, trotzdem fand ich es sehr nett dort. Man kann stundenlang die Sterne ablaufen, insgesamt gibt es schon über 2000 davon. Außer den Filmstars werden auch Musiker und Bands verewigt. Viele Namen kannte ich nicht. Auf dem Boulevard sind viele Kinos, Bars, Restaurants, Kiffer- und Tattooläden. Teilweise wirkt es heruntergekommen. Man sieht nicht wenige Bettler und Obdachlose. Ganz klassisch stehen auch immer wieder ein paar Jungs in einer Ecke herum und rappen.

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