Kolumbien 6: Tatacoa-Wüste und Salento

Vorm Abflug in den Amazonas besuchte ich noch zwei weitere ganz interessante Orte, die Desierto (Wüste) de la Tatacoa und Salento. Hier die Karte mit der Route ab Santa Marta:

Erstmal noch etwas zum erstaunlich gut funktionierenden Bussystem. Immer wieder steigen Verkäufer ein und bieten alle mögliche Dinge zu Spottpreisen an, kalte Getränke, Kaffee, Brötchen, Kuchen, Süßigkeiten und manchmal sogar ganze Mittagessen. Das ist alles frisch und sehr lecker. Alle Leute freuen sich wenn die Verkäufer kommen. Bei den langen Busfahrten ist das ein toller Service. Am besten sind frische, mit Käse gefüllte Brötchen, der ideale Bussnack. Schon zweimal habe ich jetzt erlebt, dass der Verkäufer davon komplett leergekauft wurde und alle Insassen total verrückt nach diesen Brötchen waren. Ein weiteres Highlight, in einem überhitzten Bus an der Karibikküste, war eiskaltes Kokoswasser.

Über das Essen in Kolumbien hatte ich bisher nicht viel geschrieben. Aus gutem Grund. Es ist zwar gut und günstig, es gibt aber fast überall nur dasselbe: Fleisch oder Fisch mit Reis und Pommes, einer frittierten Banane und ein ganz klein wenig Salat. Nach einer Woche schon hing mir das zum Hals heraus. Ausnahmen gibt es immer wieder mal in der regionalen Küche, zum Beispiel Fisch. Typisch kolumbianisch sind vielleicht noch die Empanadas, Teigtaschen mit Füllung, hier reicht es aber, wenn man mal eine probiert hat. Es gibt viele Bäckereien, jedoch gibt es dort meist nur Kuchen, und die Brötchen sind alle mit etwas gefüllt, entweder süß oder Käse und Schinken. Brot gibt es nur in den Supermärkten, die Qualität ist unterirdisch. Überragend gut und günstig sind in Kolumbien dagegen Obst und Gemüse. Überall kann man frisch gepresste Säfte für einen Euro trinken. Es gibt Ananas für 20 Cent und Avocado für 15 Cent. Während der Reise bin ich auf den Avocado-Trip gekommen. Zu Hause sollen ja jetzt auch alle Leute Avocados essen.

Die Desierto de la Tatacoa ist mit 330 Quadratkilometern Größe eine relativ kleine Wüste, seltsamerweise umgeben von viel grün. Es kann dort schonmal bis zu 50 Grad heiß werden und regnet nur an zwei Tagen im Jahr. Der Grund dafür sind zwei Gebirge außenherum, die fast allen Regen abbfangen. Bis vor nicht allzu langer Zeit lag diese noch komplett unter Wasser. Das Wasser ist vertrocknet und hinterließ wunderschöne Strukturen und Formationen und einer Art Minicanyon. Man sieht deutlich die verschiedenen Gesteinsschichten und fragt sich, warum man nicht etwas interessantes wie Geologie studiert hat. In der Gegend leben auch viele Vögel, die sich hauptsächlich kurz vor Sonnenuntergang zeigen. Übernachten kann man in der Nähe für nur drei Euro in einer Hängematte, sehr ähnlich wie in La Guajira, nur mit viel besserem Essen.

Ganz in der Nähe befindet sich auch ein astronomisches Observatorium mit einem großen wissenschaftlichen Teleskop. Die Gegend ist ideal zum Beobachten der Sterne, da es kaum Wolken gibt und die Luft sehr dünn ist. Jeden Abend findet dort ein Vortrag des Astronomieprofessors statt, der sehr schön und in verhältnismäßig gut verständlichem Spanisch über Planeten, Sterne und Galaxien erzählte. Der Professor trug eine Mütze der NASA und viele Buttons von NASA-Missonen am Hemd. Nach dem Vortrag durften wir noch durch ein paar größere Teleskope schauen. Wunderschön war der Anblick des Saturn, der inklusive Ring sehr hell leuchtete. Das große Teleskop wird ganz unromantisch von einem Computer automatisch betrieben. Die klassischen manuellen Teleskope sind nur für die Besucher da.

Schließlich ging es noch für eine Nacht nach Salento. Dies ist ein kleines Dörfchen mitten in der wichtigsten Kaffeeanbauregion Kolumbiens. Trotz der vielen Touristen ist es sehr nett dort, umgeben von schönen Bergen, es gibt ganz gutes regionales Essen sowie Eis. Viel mehr zu erzählen gibt es aber nicht.

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